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Wolfang Stark zweifelt an "Todesangst"
18.05.2012 - 17:12

Stark: Frage nach Todesangst stellt sich nicht

Frankfurt (SID) -

Schiedsrichter Wolfgang Stark hat nach dem chaotischen Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) die Behauptung der Berliner Verantwortlichen zurückgewiesen, die Spieler hätten beim verfrühten Platzsturm der Fortuna-Fans Todesangst gehabt.

"Wenn man unmittelbar nach dem Schlusspfiff so massiv und gezielt auf das Schiedsrichter-Team losgehen kann, stellt sich die Frage nicht, ob die Spieler Todesängste ausgestanden haben", sagte Stark in seiner Aussage während der Verhandlung des Berliner Einspruchs gegen die Spielwertung vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Stark hatte am Freitag in Frankfurt/Main zuvor von tätlichen Angriffen und üblen Beschimpfungen seitens der Herthaner Profis nach dem Abpfiff berichtet.

Hertha-Torhüter Thomas Kraft erzählte allerdings eindringlich eine andere Version der Geschichte. "Speziell Raffael und Ronny hatten Tränen in den Augen. Das waren keine Abstiegstränen. Da war die Angst vieler, was mit ihren Kindern auf der Tribüne passiert. In jedem Kopf war die Angst da. Es wäre kein Eckball mehr möglich gewesen, ohne dass einer einen angepackt hätte. Ich hatte den Gedanken: Was passiert mir in dem Stadion?"

Kapitän Andre Mijatovic ergänzte: "Keiner von uns hat mehr an Fußball gedacht. Das war eine neue Situation im Fußball. Das hatte nichts mit Fußball zu tun."

Der 42 Jahre alte FIFA-Referee Stark erklärte zudem, entgegen der Darstellung des Berliner Managers Michael Preetz habe die Polizei "keinen Druck" auf ihn ausgeübt, das Spiel fortzusetzen, um eine Eskalation zu verhindern. "In der Kabine nach dem Abbruch hat sich unser vierter Offizieller mit der Einsatzleitung der Polizei in Verbindung gesetzt. Damit das Spiel fortgesetzt werden konnte, mussten drei Dinge erfüllt werden", sagte Stark: "Erstens musste das Spielfeld komplett geräumt sein, zweitens mussten die Zuschauer aus dem Innenraum zurück auf die Tribüne verwiesen worden sein, drittens musste es grünes Licht von der Polizei geben, dass die Sicherheit gewährleistet ist."

Dann habe er die Information bekommen, dass die Polizei "die Lage im Griff hat, dass sie die Situation unter Kontrolle hat. Ich hatte die Bestätigung, dass alles wieder im grünen Bereich ist. Meine Frage, ob die Sicherheit besteht wie vor dem Spiel, wurde bejaht."