Max Hoff ist der CHAMPION DES JAHRES 2011!

Kathrin Boron, CHAMPION DES JAHRES 2004, Rudern

Kathrin Boron, CHAMPION DES JAHRES 2004, Rudern

Kathrin Boron, CHAMPION DES JAHRES 2004, Rudern

Kathrin Boron, CHAMPION DES JAHRES 2004, Rudern
Alexander Leipold hatte es spannend gemacht. Nach und nach sortierte der CHAMPION DES JAHRES 2003 in seiner Laudatio auf seine Nachfolgerin die übrigen Nominierten aus. Erst Bronzemedaillengewinner Björn Emmerling (Hockey), dann die Olympiasiegerinnen Yvonne Böhnisch (Judo) und Fanny Rinne (Hockey). Und schließlich den CHAMPION DES JAHRES 2001 Andreas Dittmer, der in Athen Gold und Silber im Kanu geholt hatte.
Gegen Kathrin Boron hatte keiner eine Chance. In Athen auch nicht. Zum vierten Mal stieg sie dort bei olympischen Spielen in ein Boot, um zum vierten Mal als Erste im Ziel anzukommen. Bei Weltmeisterschaften ist ihr das im Doppelzweier oder -vierer schon achtmal gelungen. Jetzt ist sie CHAMPION DES JAHRES 2004.
Das Publikum hat Dich mit stehenden Ovationen gefeiert und ein paar haben gefordert: „Wir wollen Tränen sehen!“ Musstest Du kämpfen, um nicht zu weinen?
Kathrin Boron (wieder ein wenig gefasster): „Etwas schon, weil ich erst gar nicht realisiert habe, dass ich grade gewonnen habe. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet.“
Was bedeutet Dir diese Wahl?
„Es ist eine unglaubliche Ehre, etwas ganz Besonderes von Sportlern gewählt zu werden. Sie haben einfach einen anderen Blick auf die Leistung eines jedes Einzelnen.“
War die Wahl der krönende Abschluss eines erfolgreichen Jahres?
„Auf jeden Fall. Es war ein sehr bewegendes Jahr für mich. Erst durfte ich in Berlin den olympischen Fackellauf eröffnen. Dann der Sieg in Athen, das Tragen der deutschen Fahne bei der Abschlussfeier, und nun dies – das macht die Sache ganz rund und setzt das i-Tüpfelchen auf das Jahr.“
Zu Beginn der Woche im ROBINSON CLUB KYLLINI BEACH bist Du gefragt worden, ob Du dir schon Gedanken über Deine Zukunft gemacht hast...
“...die Zeit zum Nachdenken habe ich mir nicht genommen, sondern die Woche genossen. Ich bin mit meinen Gedanken schon etwas weiter – aber sie sind noch nicht beendet.“
Aber nachgedacht hast Du über Deine Traumreise und Dir gewünscht, mit Delfinen zu schwimmen. Warum?
„Ich habe sehr viel über Therapien mit Delfinen gelesen, besonders für Kinder. Ich habe das Glück, eine gesunde Tochter zu haben. Aber ich möchte trotzdem gerne mehr über diese Behandlungsmöglichkeiten erfahren. Und deshalb habe ich mir gewünscht, mit Delfinen zu schwimmen. Wasser ist halt irgendwie mein Element.“
Am Abend nach ihrer Rückkehr liegt Kathrin Boron lange wach. Sie hat ihre Tochter Cora, die sie acht Tage lang nicht gesehen hatte, nachmittags vom Kindergarten abgeholt und abends ins Bett gebracht und lässt nun den Film dieser acht Tage rückwärts laufen. Den Film, in dem sich ihr Traum erfüllte. Der Traum vom Schwimmen mit Delfinen.
Es war der perfekte Tag, um einen Traum wahr werden zu lassen. Nach einem ausgiebigen Platzregen am frühen Morgen ist die Luft im kubanischen Varadero frisch und klar. Die Regenwolken haben sich verzogen, der Himmel ist blau, die Sonne strahlt und der Wind streichelt sanft die Haut. Im Hafen erwarten Kapitän Alberto und Toni auf ihrem Katamaran die viermalige Olympiasiegerin und ihre Trainerin Jutta Lau. Seit 1988 arbeiten die beiden sehr erfolgreich zusammen. „Ich habe sie mitgenommen, damit sie auch mal Urlaub macht und sich entspannt“, sagt Kathrin. Und man sieht: Beide entspannen sofort als der Katamaran den Hafen verlässt und über die Wellen reitet. In Deutschland würde Kathrin jetzt bei höchstens 10 Grad im Ruderboot sitzen und Jutta Lau sie vom Motorboot aus beobachten. Beide würden frieren. Die Karibik verwöhnt mit 30 Grad.
Auf dem Weg zu den Delfinen macht sich Toni auf die Jagd nach dem Mittagessen. Frischen Lobster will er dem CHAMPION DES JAHRES 2004 servieren. Ob es Show ist, dass Toni mehr als 30 Minuten lang den Boden des Meeres absucht und mehrere Male ins Wasser springt, bis er einen zappelnden Lobster an Bord bringt, ist egal.
Nach einer Fahrt vorbei an einsamen kleinen Inseln nähert sich der Katamaran der Delfinschule. Im offenen Meer sind zwei Becken abgesteckt, in denen die Delfine schwimmen. Jederzeit können sie über die niedrigen Zäune springen und das Weite suchen. An einem schwimmenden Steg legt der Katamaran an. Jullye empfängt Kathrin. Seit sieben Jahren lebt sie hier auf einem Boot und arbeitet mit den Delfinen zusammen. Ein Delfin ist erst vier Jahre alt, sie hat erlebt, wie er auf die Welt gekommen ist. Kein Wunder, dass sie von „ihren Babys“ spricht.
Etwas ängstlich steigt Kathrin zu den Delfinen ins Wasser, die sofort zu Kathrin kommen und sie neugierig begrüßen. Nach kurzer Zeit ist Kathrins Zurückhaltung verschwunden. Sie streichelt die Delfine, hält sich an ihren Flossen fest und lässt sich von ihnen durchs Wasser ziehen, genießt ihre Nähe. Immer wieder tauchen die Delfine ab, verschwinden im Nichts und tauchen ganz nah neben Kathrin wieder auf, stupsen sie mit ihren Nasen an. Kathrin strahlt. Auch Kathrin zeigt, welche Wirkung Delfine auf Menschen haben. Die Tiere sehen so aus, als ob sie immer lachen würden, wirken immer fröhlich. Und genau so reagiert Kathrin Boron. Sie lacht und strahlt und man sieht auf Entfernung, wie glücklich sie ist. Wie sich Delfine anfühlen? „Weich und zart und einfach fein“, schwärmt Kathrin später.
Und ganz leise: „Davon habe ich geträumt!“
Nach ihrem Triumph bei den Olympischen Sommerspielen haben die Sportler 2004 im ROBINSON Club Kyllini die Ruderin zum CHAMPION DES JAHRES gewählt. „Die absolute Krönung eines grandiosen Jahres“, erinnert sich Kathrin an 2004: „Angefangen hat das Jahr damit, dass ich in Berlin den Olympischen Fackellauf eröffnet habe. Dann mein viertes Gold und bei der Schlußfeier in Athen durfte ich die deutsche Fahne tragen. Und zum Schluss diese Wahl, die eine ganz besondere Ehre und Auszeichnung ist.“
Nach der Wahl hatte sich Kathrin gewünscht, mit Delfinen zu schwimmen. „Ich hatte so viel über Therapien mit Delfinen gehört und wollte unbedingt erleben, wie die Delfine wirklich sind. Das habe ich mir schon als Kind gewünscht“, so die 36-Jährige: „Es jetzt zu erleben, ist ein unfassbares und unbeschreibliches Gefühl.“
Auf dem Heimweg stoppt Alberto den Katamaran auf einer Sandbank. Toni serviert Lobster, Gambas, Fisch, Pommes, Reis und Wein und zeigt auch gleich, wie man mit einer Zange auch die besten Stücke vom Lobster herausbrechen kann. Um die Finger zu waschen, springt man danach am besten ins Badewannen-warme Meer...
Viel zu schnell erreicht der Katamaran danach wieder den Hafen. „Das war ein traumhaft tolles Erlebnis mit der Bootstour und dem Schwimmen mit Delfinen. Diesen Tag werde ich nie vergessen“, sagt Kathrin als sie wieder an Land ist: „Vielen Dank an alle Partner, die es möglich gemacht haben, dass sich mein Traum erfüllt. Danke an Jürgen Schmitz für die Erfindung dieser einmaligen und für Sportler sehr wichtigen Wahl und für die Organisation dieser Reise. Ich hatte keine konkrete Vorstellung von dem genauen Ablauf meiner Traumreise. Aber ich hatte es mir so wunderschön erhofft. Danke!“
P.S: Im Reisetagebuch hat Kathrin Boron selbst alle Erlebnisse der Reise vom Schwimmen mit Delfinen bis zum Treffen mit Javier Sotomayor und Ernest Hemingway in Havanna aufgeschrieben. Und hier gibt´s Fotos aus Kuba mit Kommentaren.
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